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Rupa & The April Fishes

Rupa & The April Fishes

(Indie Pop & Worldmusic / Indien & USA)

Rupa & The April Fishes präsentieren ihre viele Stile vereinende Musik aus dem multikulturellen Schmelztiegel San Francisco.

Die Weltmusik-Institution des letzten Jahrzehnts kommt aus San Franciscos Bay Area: Von dort aus eilt eine Combo um die betörende, polyglotte US-Inderin Rupa Marya von Erfolg zu Erfolg. Die praktizierende Ärztin (in der Notaufnahme für legale und illegale Flüchtlinge am San Francisco General Hospital) und Bandleaderin Rupa öffnet mit ihren April Fishes den Vorhang zu einem unvergleichlichen Musiktheater zwischen Gipsy Swing, Texmex, Balkaneskem, Chanson, Saudade, Latin Moods und American Folk. Das klingt mal nach kleiner Zirkus-Musik, mal nach Moulin Rouge – und immer nach großer weiter Welt: Trompetenklänge schweifen zwischen Oaxaca und Osteuropa, ein außer Rand und Band geratenes Akkordeon zwischen Musette und Milonga, ein Schlagzeug zwischen peitschendem Hi-Hat und fein gekitzeltem Fell, das Cello bockt störrisch auf, um sich dann wieder im leidenschaftlichen Schmelz zu ergeben. Einfach bezaubernd – auch, wie Rupa dazu mehrsprachig singt, mit sinnlichem Hauch und mädchenhafter Unbekümmertheit von einer Straßencafé-Szene in Paris oder einer seekrank-machenden Liebe berichtet.

Mit größter Aufmerksamkeit verfolgt die Künstlerin aber ebenso die großen globalen Turbulenzen und Rebellionen unserer Zeit – und verarbeitet diese tieftönig und ergreifend in politisch relevante Songs über den Arabischen Frühling, Flüchtlingsschicksale an der amerikanisch-mexikanischen Grenze, Ungerechtigkeiten in Palästina oder Griechenland. Sie kämpft und singt gegen die Privatisierung von Wasser, Polizeigewalt, Menschenverachtung und generell: gegen das Vergessen.

Selten hat jemand so treffend die Freuden und Leiden des 21. Jahrhundert in Töne gekleidet. Vergleiche mit Keren Ann oder Lhasa de Sela stehen im Raum, doch letztendlich entzieht sich die betörende Rupa Marya ihnen allen.

„Diese Band aus Kalifornien ist die musikalische Vorhut einer globalen Bewegung.“ (BR) „Wenn Rupa ein Film wäre, dann wäre sie eine Mischung aus ‚Die wunderbare Welt der Amélie‘, ‚Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs‘ und ‚Do The Right Thing‘. Sie wäre – und tatsächlich ist sie es – ein augenblicklicher Kultklassiker.“ (San Francisco Weekly)